Mal in eigener Sache

Die letzten Tage und Wochen waren sehr abwechslungsreich. Einerseits hat der Bereich „Technik“ erhebliche Fortschritte gemacht, ein Umzug wurde gestemmt, ein neues Studio entsteht und das Wetter ist höchst sommerlich.

Andererseits gab es auch wieder Unangenehmes. Irgendeine spannende Kraft versucht einen aus der Partei hinauszuwerfen – der x-te Versuch, wenn ich mich richtig erinnere. Natürlich alles schön konspirativ, damit der „Überraschungseffekt“ nicht verloren geht. Vermutlich kommt die Post wieder nicht an bzw. wird gar nicht erst abgeschickt und schwuppdiwupp hat man wieder eine vorläufige Entscheidung auf dem Tisch.

Die Affäre BDSB hat ihr Déjà-vu, nur dass hier wohl jetzt „bis zur letzten Patrone gekämpft wird“. Egal mit welchen Mitteln – ad hominem at its best. Betroffen macht die Vehemenz, wie hier gelogen wird.

Da wird es bestimmt den einen oder anderen Protagonisten freuen, dass mein „Hexenschuss“ ein Wirbelbruch ist, der jetzt in einer aufregenden Operation geflickt werden muss. Na dann mal Prost. Da werden die Korken knallen und das eine oder andere Likörchen vertilgt werden.

Ich verschwinde also für ein paar Tage von der Bildfläche und bin mir nicht ganz sicher, dass ich beim nächsten Spiegelbild-Betrachten noch die Frage beantworten kann, warum man sich das hier eigentlich antut.
So viel Energie, wie einige Bereiche investieren, um einen zu diskreditieren und auszugrenzen fehlt an anderer Stelle. Aber dann müsste man ja nicht vom Neid zerfressen sein, sondern Konzepte für eine erfolgreiche Partei auf dem Tisch haben.

Insofern passt auf Euch auf.

Private Server

Man weiß ja nie, ob man wirklich ranten sollte.

Aber eine Frage sei doch erlaubt: Was sind denn nun diese sogenannten „privaten Server“ in dieser Piratenpartei?

Gibt es da vielleicht einen Unterschied zwischen „ich habe den im Keller zu stehen“ oder der steht in einem Rechenzentrum?

Es kann einem ja eigentlich auch egal sein. Aber diese seltsamen Meinungen kommen immer wieder bei Piratens auf: Was nicht bei der Bundes-IT, der NRW-IT oder der Bayern-IT in einem Großrechenzentrum angemietet oder für noch mehr teuer Geld in ein Rack verbaut worden ist, ist dann wohl ein „privater Server“. Aha.

Also mein „Stall“ besteht seit 24 Jahren und wir tun das, was 1&1, Strato, Hetzner, OHV etc. seit Jahren auch tun: Wir machen Hosting, wenn auch wesentlich kleiner, dafür aber feiner. Also eine Internet Service Provider (ISP) im besten Sinne.

Was kann man denn alles erwarten: Dedizierte Server, Managed Server, Shared Server und eine Menge an Applikationen, um die wir uns kümmern. Das lastet bei uns eine gute zweistellige Zahl an Servern in vier verschiedenen Rechenzentren aus. Und einige Terrabytes an Traffic zeigt, dass die $Dinge wohl funktionieren. Alles nach strengen Datenschutzregeln. Unsere Kunden sind sehr zufrieden bei 99,99% Verfügbarkeit. Was will man mehr?

Sehen wir uns dagegen mal die Piratenpartei Deutschland an:

Hier gibt es eine extrem überlastete Bundes-IT, die sehr wenig Unterstützung bekommt und versucht, die im Rack eines Serverprovider stehenden x-Maschinen, so gut wie möglich zu warten. Jeder Zusatzwunsch muss quasi zum Selbsterhalt abgelehnt werden. Für Dokumentation und Verfahrensbeschreibungen ist genau Null Zeit vorhanden. „Was soll man denn noch alles machen?“

Btw.: Ich habe bisher auch noch von keinem Landesverband der Piratenpartei irgendwelche Verfahrensbeschreibungen gesehen.

Datenschutz? Sorry, aber dafür hat man leider keine Zeit – siehe oben.

Das ist schon eine ziemlich verfahrene Kiste.

Was mich aber wirklich aufregt, dass da zwei völlig schmerzbefreite Damen daher kommen und unser Unternehmen quasi diffamieren, wir würden „private Server“ betreiben und „bei uns sei der Datenschutz nicht gewährleistet“. Aha. Das sind genau die Damen, die jeden Scheiß zu „Archive.org“ hochladen. Ach was? Also man lädt man jegliche Daten in eine Cloud hoch, die vermutlich irgendwo in den USA gehostet wird, auf der jeder Dackel Zugriff hat, die weder Datenschutz noch Datensicherheit vs. Backup kennt.

Ja, das sind schon Experten. Aber das mit der Diffamierung  darf man einfach nicht durchgehen lassen. Egal, was das für selbsternannte oder gewählte Experten sind. Es ist einfach unerträglich.

„Jamaika geplatzt“ ja und?

Ich finde es zumindest interessant, dass eine große Mehrheit der Wähler davon überzeugt war, dass eine „Jamaika-Koalition“ auf Bundesebene irgendwas wäre, was man in der derzeitigen Politiklandschaft akzeptieren könnte.

Man fragt sich dann schon, inwieweit Mensch völlig merkbefreit ist. Hier geht es nur um Machtinteressen und Ressourcen. Oder platt gesprochen um die eigene Kohle der Politiker. Man glaubt ja gar nicht, wie viele Menschen und Familien davon betroffen sind, wenn man aus dem Bundestag (oder Landtag) fliegt, aka nicht wiedergewählt wird.

Und da kommen natürliche maximal Neoliberale von der Sorte eines Lindner und Kubicki ins Spiel. Hey, nur weil einer sich beim Herrenausstatter für schicke Wahlplakate einkleiden lässt, heißt es ja noch lange nicht, dass der Mann eine „gute“ Koalition befruchten oder gar ein Ministeramt bekleiden könnte. Und warum müssen eigentlich Parteivorsitzende immer in einer Regierung sitzen?

Machen wir doch mal ein anderes Gedankenspiel auf:

Was wäre denn, wenn der Herr Bundespräsident dem Bundestag einfach mal diese Frau Merkel zur Wahl als Bundeskanzlerin vorschlägt und sie ebenso einfach gewählt wird. Also ganz ohne diesen ganzen Sondierungs-Striptease. Wo steht übrigens irgendwas von „Koalition“ im Grundgesetz?

Nehmen wir weiter an, die Frau Merkel wird tatsächlich „aus Versehen“ gewählt. Dann hätten wir ja schon fast eine Regierung. Nun müsste man nur noch ein paar Fachleute (also möglichst die ohne Parteibuch) anwerben, damit diese Minister werden (geht ohne Bundestag).

Und schwupps, wir hätten eine  Bundesregierung ohne Parteigedöns und ohne dass da irgendjemand auf einen verblödeten Parteitagsbeschluss einer Deppenpartei Rücksicht nehmen müsste.

Genialer Hack, oder?

Nachbetrachtung zur Kandidatur

Ich habe mich getraut zum 1V der Piratenpartei Deutschland zu kandidieren, obwohl ich aufgrund der Mehrheitsverhältnisse chancenlos war. Auch in der Nachschau war das absolut richtig. Schon der Ort für den Bundesparteitag (Regensburg) birgt die Gefahr der Unausgewogenheit. Da muss man sich nur die Zahlen der Akkreditierten ansehen. Und natürlich – wenn wir schon den zu begrüßenden Umstand pflegen, ohne Delegierte auszukommen – darf man wohl die Frage stellen, warum 2-3 Landesverbande die „Macht“ haben, alles zu bestimmen. Den Rest bestimmt der Ort des Parteitages. Wir haben international eine gute, wenn auch anstrengende Sitte, „One Country –  One Vote“. Man muss es nicht gleich übertreiben, aber der Akkreditierungsfaktor könnte durchaus berücksichtigt werden, manche erschaffen ja ganze Ungetüme als Wahlverfahren.

Aber zur Sache: Meine Rede war eindringlich und beinhaltete einiges an „ dass er den Vorstand umkrempeln und viele Dinge anders machen möchte, die Piraten abholen und Basis wieder unter einen Nenner zu bringen möchte“ (Zitat Flaschenpost).

Ich hatte eine lange Rede vorbereitet und die einfach vorher wegegeschmissen. Ein kleiner Zettel war völlig ausreichend, daher hab ich mich diesmal an dem Mikrofon sehr wohl gefühlt. Die Änderung, die Reihenfolge der Kandidaten nicht auszulosen war logisch, denn ich komme immer als Erster dran. Das nervt, macht aber widerstandsfähiger. 😉

Dazu gehörten auch die drei Fragerunden. Dass der ehemalige 1V ausfällig wurde und ein paar Menschen mir unlautere Motive unterstellt haben, gehört wohl dazu. Selbst der Umstand, dass ich im Gegensatz zu allen anderen Kandidaten erklärt habe, dass ich mich (schon seit langem) von meinem Büro unterstützen lasse und ohne eigenes Team die Übernahme eines BuVo-Amtes überhaupt nicht möglich sei, war wohl eine Steilvorlage für die Meckerköppe, weil ich die Namen der Mitarbeiter nicht genannt habe. Ich würde es mir als Mitarbeiter auch verbeten, dass öffentlich mein Name genannt wird! Aber so ist das eben in einer Datenschutzpartei, die sich um den Datenschutz nicht wirklich kümmert und deren Mitglieder die Leute ausspionieren. Das machen beileibe nicht alle, aber einige mit wichtigen Positionen.

Eine schöne Frage war die nach unseren Kernthemen: Ich habe da nur eines: „Freiheit“. Wir sind nach wie vor die einzige Partei, die das Freiheitsthema stringent besetzt. Unter „Freiheit“ lässt sich alles subsummieren. Ob es Privacy, Datensicherheit, Menschenrechte, Frieden, Selbstverwirklichung durch Arbeit (und damit ist nicht nur Erwerbsarbeit gemeint), Grundeinkommen,  Gesundheit oder ein würdevolles Leben im Alter ist u.v.a.m.. Vielleicht nicht in dieser Reihenfolge, aber das kann man ja ausdiskutieren.

Und da sind wir beim nächsten Punkt: Diskutieren. Die Vorstände – und genau diese – sind und waren für die Organisation eines geordneten Diskussionsprozesses zuständig.  Auch beim BPT in Halle 2014 habe ich den umgehend (100 Tage) gefordert und die Organisation desselben angeboten. Ja, z.B. mit Onlineparteitagen – auch wenn man da bestimmt ein Haar in der Suppe finden kann.

Wir nervig waren diese ganzen Ausreden, warum man keine Onlinebeteiligung hinbekommen hat. Meiner Meinung nach war das nur ein Gedöns um die eigene Faulheit, Ideenlosigkeit und die Furcht vor der Basis. Da ist es doch schon „besser“, diese nur maximal zweimal im Jahr zu ertragen, indem man Ihnen einige wenige Minuten Redezeit zugesteht, wenn es die Tagesordnung zulässt.

Und man kann zornig werden, wie jetzt die AG-Arbeit gekuschelt wird, hat man doch seit Anbeginn der Zeit den AGs jeden Zugang zu Ressourcen erschwert bzw. unterbunden und deren Arbeit auf Parteitagen niedergemacht. Selbst die seit 2010  funktionierende Selbstverwaltung wurde so diskreditiert, bis sie nur noch ein Schatten Ihrer selbst ist. Das System der Themenbeauftragten mag es einem Bundesvorstand ja einfacher machen, Informationen nach außen zu tragen. Aber AGs spielten da keine Rolle, bis heute nicht. Bis auf ganz wenige Ausnahmen wird nur die eigene Meinung als Pressemitteilung oder Blogbeitrag verkauft und als Elaborat eines intensiven Diskussionsprozess dargestellt. Man denke da nur an „Internationales“, das hier kaum jemanden interessiert, obwohl es unsere DNA bestimmt.

Wir werden sehen, ob es jetzt möglich ist, dass wir endlich zu geordneten Verfahren kommen, ich habe nach wie vor meine Zweifel; obwohl der intellektuelle Anteil im gewählten Bundesvorstand gestiegen ist und möglicherweise gibt es sogar technischen Sachverstand. Das mit dem Datenschutz klärt sich am 4. Mai 2018 von ganz alleine. Unabhängig davon klage ich auf die Einhaltung meines Grundrechts auf informationelle Selbstbestimmung weiter, egal was da ein 1V an Fakenews verbreitet.

Mein Wahlergebnis hat mich jedenfalls nicht entmutigt, beinhaltet es die Antwort auf alle Fragen: 42.

 

Warum Piraten wohl ein schlechtes Image haben

Zwei Beispiele aus dem Alltagsleben machen vielleicht deutlich, dass auch ein noch so gutes Programm in Sekundenbruchteilen bedeutungslos werden kann:

1. Regensburg Bundesparteitag.

Irgendwann wird klar, dass man im Halteverbot steht (wenn auch nur durch Richtungspfeile gekennzeichnet, die von den parkenden Fahrzeugen verdeckt werden). Die Polizei ist fleißig und will sich den Umsatz der rund 20 Delinquenten nicht entgehen lassen, aka sie tut ihre Pflicht.

Ich erkläre dem Beamten höflich die Situation, er ist genauso höflich und belässt es bei einer Belehrung. Dann tritt ein ungepflegt aussehender Pirat hinzu und beschimpft den Beamten, dass er es nur auf Piratenpartei abgesehen hätte und die in der Nähe beim Kirchgang befindlichen Menschen verschont. Es folgt eine Tirade an Verschwörungstheorien.

Ich fahre weg und suche mir einen jetzt freigewordenen legalen Parkplatz. Der „Pirat“ darf sich einer eingehenden Befragung stellen. Ob sich eine erkennungsdienstliche Behandlung anschließt, konnte ich nicht mehr verfolgen. Aber bei der Lautstärke durchaus vorstellbar.

2. Twitter zum BPT Regenburg

Ein Pirat mit Hang zur Selbstdarstellung twittert irgendwas von „Pimmelliste“ und meint wohl die Liste der Mitglieder des Bundesvorstandes. Keine Pointe.

Selten habe ich eine Organisation erlebt, deren Mitglieder zu einem erheblichen Teil mit dem ICE durch die Kinderstube gerast sind. Da muss man sich dann über die Außenwirkung nicht mehr wundern.

 

13,37%

Diese Bundestagswahl hat mit ihrem Ergebnis das Land bereits verändert. In Brandenburg geht die Ratlosigkeit um und wenn hier nicht ganz schnell Stringenz, politische Verlässlichkeit, Transparenz beim Regierungshandeln und die Einsicht in das, was die Bürger in ihre Mehrheit wünschen einkehrt, ist das hier nur der Anfang einer ganz unangenehmen Entwicklung. Alles scheint aus den Fugen geraten zu sein. Berlin ist absolut kaputt, nicht einmal eine Wahl kann man vernünftig auszählen. Und Autos zulassen auch nicht.

Umso mehr erschüttert das extrem schlechte Abschneiden der Piraten bei der Wahl mit mickrigen 0,37%. Gefühlt hat man das nicht verdient. Aber es hat Ursachen. Am Programm kann es nicht gelegen haben, da andere Parteien auch Programme pflegen und sich kaum jemand dafür interessiert.

Aber wie soll man denn einem Wähler vermitteln, diese Piratenpartei zu wählen, wenn man es den eigenen Mitgliedern schon nicht erklären kann.

Wie haben uns von Transparenz, Teilhabe, Mitmachpartei, Freude an der Politik vor langer Zeit verabschiedet. Immer neue Strukturhürden, Ausgrenzungen der Mitmachenden, technische Probleme, eigenwillige Mitgliederverwaltung, frei drehende Vorstände lassen kaum noch die Lust darauf entstehen, hier irgendeinen Beitrag leisten zu wollen.

Der LV Brandenburg ist da quasi Vorreiter, aber auch in der Bundespartei und anderen LVs kann man diese Dinge leicht erkennen. Dazu kommt die unglaubliche Sturheit, bekannt falsche Konzepte immer wieder zu wiederholen, sowie eine völlig unzureichende Fehleranalyse und -kultur. Eben Lernen mit Schmerz, ohne zu lernen. Man kann fast nirgendwo planhaftes Vorgehen erkennen, obwohl es Pläne gibt. Nur ein Beispiel von vielen: Seit Februar waren die Plakatentwürfe quasi fertig. Kurz vor der Wahl kamen dann nennenswerte Stückzahlen per Express oder auf verschlungenen Wegen bei den Akteuren an. Schön, dass dann schon fast alle Laternen besetzt waren.

Diese Partei ist genauso kaputt wie Berlin, auch hier funktioniert nur alles irgendwie, kaum jemand weiß warum überhaupt etwas funktioniert und wer eigentlich was macht.

Einzig die verfestigten „Privatstrukturen“ bei Technikern, nahestehenden Vereinen und Gruppen sorgen noch für einen gewissen Grad an Verlässlichkeit.

Zieht da jemand Konsequenzen? Hat jemals jemand aus der Tatsache Konsequenzen gezogen, dass jahrelang keine finanziellen Tätigkeitsberichte gehalten wurden, dass Hunderttausende Euros einfach in den Orkus gekippt wurden und jede echte Beschlusskontrolle?
Vorstände und Beauftragte, die egal ob zulässig, einfach IHR Ding machen, frei nach dem Motto „verklag mich doch“. Und bei unseren Schiedsgerichten wird das solange durchgekaut, bis Zeitablauf eingetreten ist; oder man ist „Gott“ und hat keine Berufung zu befürchten.
Ein Shop, der sich beharrlich weigert, Schlussabrechnungen zu präsentieren, ist auch so eine Sache.

Letztlich hat das Konsequenzen, aber nicht bei den Verantwortlichen, sondern bei den Mitgliedern, die austreten. Und diejenigen, die mit diesem Gedanken spielen, warten beharrlich auf bessere Zeiten, ziehen sich aber komplett zurück. Der alltägliche, allgegenwärtige Wahnsinn in dieser Piratenpartei.

Kehren wir mal zumindest innerparteilich zum Anfang zurück: Transparenz, Teilhabe, Mitmachpartei, Freude an der Politik und blockieren nicht jeden, der Ideen hat, der tatkräftig unterstützt oder mitdiskutiert. Versuchen wir das mal ohne einen enormen Reibungsverlust, durch dämliche Bürokratie nebst einem nervenden Ticketsystem. Alles nach dem Motto keep-it-simple.

Dann hat man plötzlich innerhalb von einer Stunde eine funktionierende, Internetdomäne mit Webpräsenz, anstatt wochenlang auf eine Reaktion auf ein herumjammerndes Ticket zu warten. Nur mal so ein Beispiel von ganz vielen. Zusammengenommen haben wir sehr viel Kompetenz und Ressourcen, aber die letzte „Innovation“ war Mumble und Etherpad vor 8 Jahren!

Bis heute können wir unsere Meinung bundesweit nur ein- bis zweimal auf einem Präsenzparteitag äußern, wenn einem nicht das Mikro nach 60 Sekunden abgedreht wird. Das ist so traurig und so einfach zu ändern.

0,37 % können wir auch ohne jeglichen Wahlkampf erreichen. Allenfalls benötigen wir die Unterstützerunterschriften unserer eigenen Leute mit Anhang.

Silberrücken

Habe ich da eine Fehlwahrnehmung? Schaut Euch um, Parteitage, Hauptversammlungen, Stammtische, Meetings. Früher war da mehr junges Gemüse und die Silberrücken (Generation 50+) haben sich zurückgenommen („Macht mal, wir sind nur das Backoffice“).

Jetzt, Jahre später dominieren „die Älteren“ deutlich alle Treffen, zumindest zahlenmäßig. Und Barrierefreiheit bekommt eine ganz neue Bedeutung.

Warum ist das so?

Haben die jungen Leute erkannt, dass „Partei“ ein ganz dickes Brett ist, was man da zu bohren hat? Also viele Jahre werden benötigt, um etwas zu bewegen und man muss sich wirklich (auch ökonomisch) etablieren. Nichts für Aktivisten? Vermutlich. Daher bleiben wohl nur die Silberrücken, die eigentlich Geduld gelernt haben.

Bleiben wir also bei den Silberrücken.

Bis auf Ausnahmen sind die mir bekannten Mitstreiter alle recht „capable“ sei es geistig oder wirtschaftlich. Was könnten wir da nicht alles erreichen?

Es gibt doch für jede Aktion drei Grundlagen:

  1. Zeitressource
  2. Finanzielle Ressource
  3. Organisationserfahrung

Ich denke bei b) und c) haben die Silberrücken einiges zu bieten, sie müssten sich nur mehr vernetzen.

Bleibt Grundlage a) was für Leute, die noch nicht in den Aktiv-Ruhestand verabschiedet haben, mehr Mangelware ist (abgesehen von den Organisationstalenten, die ein Vielfaches an Tagespensum eines „Normalos“ absolvieren.

Diese Erkenntnis wäre zumindest eine Grundlage für eine fruchtbare Zusammenarbeit Aller. Dies gilt ebenfalls für Menschen, die aufgrund ihrer persönlichen Umstände sehr viel Zeit haben, aber wenig andere Mittel. „Gib uns Deine Zeit, für den Rest wird schon gesorgt werden“, dann würde viele viel entspannter funktionieren.

Deal?


 

Trink bloß nicht die falsche Whiskysorte!

Whisky und Mobbing

Man kennt mich und wer das wirklich tut, weiß dass ich seit über 40 Jahren gerne Whisky trinke. Nicht wegen des Spiegels, sondern wegen des Geschmacks. Abends nach einem hektischen Tage oder auf einer gepflegten Party darf das mal sein.

Im Laufe der langen Zeit habe ich eine Menge an Sorten = Geschmacksvarianten kennen gelernt. Glaubt man gar nicht.

Und ja, ich gebe es zu es gab Abende, da hat man doch etwas zu viel…. Aber die Anzahl ist überschaubar.

Andere Alkoholika locken mich weniger, von einem gepflegten Bier oder einem ordentlichen Wein zum guten Essen abgesehen.

Ich habe Anfang 1990 als absolutes Greenhorn Kanada (selbst) durchflogen und zwar ziemlich ausgedehnt und kam mit CC – also Canadian Club – in Berührung. Da gibt es auch eine Menge Unterschiede, aber mir schmeckt auch die Standard-Abfüllung. Ich habe auch sehr wenig „Nachwirkungen“ zu verspüren. Ich wusste aber nicht den tieferen Grund. Das ist deswegen von Interesse, weil ich sehr unangenehme Allergien habe.

Dann habe ich mir Irland erflogen und bin auch in der Jameson Brauerei aufgeschlagen. Irische Whiskys liegen mir seitdem am Herzen, liegt einfach am (Kalk-)Wasser. Hier gibt es sehr viele Spielarten, mal abgesehen vom Tullamore Dew in der Touristenvariante.

Dann kam das Ding mit der AG Singlemalt.

Singlemalts sind ein eigenes Kapitel, mehr eine Wissenschaft. Auch hier habe ich meine Vorlieben, aber: Das sind Sachen, die ich sehr gerne, aber nur in übersichtlicher Form genießen kann.

Und die Erkenntnis ist, dass Whisky aus Getreide gemacht wird. Gerste, Roggen, Weizen, Hafer, Mais zum Bespiel. Tja und nun ist es so, dass mein Körper gegen Roggen nun mal gar nichts hat. Bei den anderen Sorten gibt es mäßig allergische Reaktionen.

Mein Liebling, „Canadian Club“, ist einer der wenigen nur Roggen- (Rye und nur Rye) Whiskys. Tja und das erklärt, dass mein alter Körper eben keine allergischen Reaktionen zeigt. Übrigens gibt es da auch eine große Sortenvielfalt und ein Teil steht in meiner Hausbar.

Bei den anderen (den Malts) muss ich etwas vorsichtiger sein.

Was aber verletzend ist, wenn Menschen einen deswegen im Netz anmachen und disqualifizieren.

Gut, in der Sektion Brandenburg der AG Singlemalt wurde ich ja auch nicht aufgenommen, insofern kann einem das am Gesäß vorbeigehen. Ich schau einfach mal, ob jemand Cola trinkt oder Red-Blöd und dann mobbe ich einfach zurück. Deal?

 

Vergesst Malle!

Ich war zu einer Managertagung auf Mallorca eingeladen. Und weil man gerne Angenehmes mit Nützlichem verbindet, habe ich noch zwei Tage Urlaub drangehangen, soweit so gut.

Der Flug wurde bei Air Berlin lange im Voraus gebucht mit einem Stück Gepäck (40 EUR Aufpreis). Letzteres ist ja wichtig heutzutage, da Menschen wohl in der Regel ohne Gepäck auf eine Ferieninsel fliegen.

Dann kam die Umbuchung auf „Niki“, weil Air Berlin irgendwie den Management-Masterplan versaut hat, der geplante Ankunftsevent fiel daher schon mal aus.

Ich habe dem Veranstalter natürlich nicht getraut und mir von meinem Viersterne-Hotel-plus rechtzeitig eine persönliche, schriftliche Reservierungsbestätigung geben lassen.

Vorsichtshalber habe ich auch bei der Flugreservierung vorher angerufen, ob alle Flugdaten korrekt sind und auch das Gepäck in Ordnung geht. Klar, steht ja im PNR war die pampige Antwort des Callcenters. Was soll da schon schief gehen?

Beim Check-in war natürlich nichts klar. Also durch die halbe Abflughalle in TXL gerollt und mich an die lange Schlange am Ticketschalter angestellt; es schien auch bei anderen Passagieren nicht „alles klar“ zu sein.

Der Agent schaute in den PNR und meinte nur „steht doch alles drin, muss man nur nach unter scrollen“. Aha. Der Niki-Check-in musste dann per Funk geweckt werden, weil er ein Telefon als überflüssiges Arbeitsmittel ansieht. Gut, dass man heutzutage lange vor der Boarding-Time am Flughafen ist.

Ich durfte tatsächlich meinen einen Koffer aufgeben, natürlich ohne jede Entschuldigung für das Versehen.

Der Abtaster machte seine Arbeit sehr gründlich*) und er könnte seine Tätigkeit im Erotiksalon fortsetzen, nur stehe ich auf so eine plumpe Anmache nicht.

Der Flieger war voll, der Service nicht wirklich vorhanden. Früher lächelten die Damen sogar! Früher halt. Der Flug war allerdings pünktlich, immerhin etwas.

Nach der Ankunft gab es den heute üblichen 3-km-Marsch kreuz und quer durch das Gebäude, damit man nicht merkt, wie lange Gepäckentladung wirklich dauert.

Der Flughafentransfer hat geklappt, wenn auch von 500m entfernt, für jemand, der schlecht laufen kann, eine echte Herausforderung (Gepäck bitte selbst tragen).

Das Hotel machte einen guten Eindruck, echte Viersterne. Nur gab es da ein Problem mit der Reservierung. Dass vorsichtshalber schon die Passkopie gezogen wurde, hatte bestimmt einen Grund. Nix da mit der Bestätigung, kann sich ja selber schreiben auf dem Hotelbriefpapier. Aha.

Nach langer Diskussion durfte ich dann in einem anderen Hotel erneut vorstellig werden. Nur 500m Fußweg oder später fluchende Taxifahrer (denn die Tagung war in dem reservierten Hotel).

Die Rezeption war entsprechend frostig. Kreditkarte bitte und die Rechnung ohne Beleg bitte mit EC-Karte bezahlen. Auf meine Frage, ob ich auch vorsichtshalber noch einen Bargeldbetrag hinterlegen solle, erhielt ich die Antwort „not yet“. Naja, kann ja noch kommen.

Das Zimmer war in etwa Viersterne, das Hotel insgesamt so lala. Jedenfalls ein echter Abstieg gegenüber dem reservierten. Aber man ist ja in diesen Zeiten so einiges gewohnt.

Ich machte den „Do not disturb“ Anhänger an die Tür. Das hielt das Hotelpersonal nicht davon ab, mehrfach anzurufen, gegen die Tür zu hämmern und dann eine dringende Nachricht unter der Tür durchzuschieben.

Es war letztlich auch egal, da dieses Haus ausgesprochen hellhörig ist. Insbesondere die interessanten Badezimmergeräusche ließen spannende Rückschlüsse z.B. auf die Verdauung der Nachbarn zu.

Nachdem ich geruht hatte, ging ich zur Rezeption und fragte nach dem Grund der Nachricht. Die Antwort war, ich hätte keinen Pass zum Einscannen vorgelegt, meine Rechnung nicht bezahlt und wenn ich nicht wolle, dass das ich ein anderes Hotel…, solle ich das schleunigst nachholen. Ich fragte nach, ob man mir die Nummer der Guardia Civil, wenigstens aber der Policia Local geben könne, da ich hier wohl Unterstützung benötige.

Wir einigten uns, dass ich erst meine Erledigungen mache und dann Pass und Quittung hole.

Der Pass wurde  brav eingescannt, damit wenigstens der CNI  meine Daten hat und die Quittung wurde auf eingehend auf Echtheit geprüft (selbst dieses Billig-Thermopapier hat die paar Stunden durchgehalten #UASY). So durfte ich gnädiger Weise bleiben, hatte aber selbst auch keine Lust mehr, mir um nunmehr 23.00h ein neues Hotel zu suchen.
Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass meine Tür-Key zwischenzeitlich gesperrt wurde; das machte das Pass- und Quittungsholen doppelt aufwendig, aber man fährt ja gerne mehrmals in den 10. Stock.

Malle ist auch außerhalb der Saison (der Winter geht idR. bis Ende Mai) unverschämt teuer geworden. Auch die Taxipreise sind auf dem Niveau einer deutschen Großstadt. Und billig Essengehen war mal.

Es dauerte dann auch nur eine Übernachtung, bis mein Tür-Key wieder gesperrt war.

Auch außerhalb von Palma ist alles recht teuer auf Malle. Alle scheinen auch irgendwie angepisst zu sein, sind unfreundlich (selbst in einem kleinen Späteinkauf) und wenig hilfsbereit, insbesondere wenn man schlecht zu Fuß ist. In der Gastronomie wird man als Ruhestörung empfunden (Stegner-Face).

Witzig ist, dass man nur noch auf Englisch angesprochen wird und selbst dann, wenn Mensch merkt, dass man aus Deutschland kommt, trotzdem englisch weiterparliert. Das ist kein Problem für mich, lediglich bemerkenswert, aber wenn die Herrschaften dann tatsächlich englisch könnten….

Erfreulich war, dass die Barrierefreiheit (Straßen, Gebäude) sehr gut umgesetzt wird und selbst auf den Herrentoiletten Wickeltische sind (sofern technisch möglich). Auch Notbeleuchtungen, Brandmelder und Feuerlöscher haben hier wohl eine ganz andere Priorität. Da könnte man sich in Deutschland eine dicke Scheibe abschneiden.

Ebenso sollte man mal die Verkehrstechniker aus Deutschland zum Praktikum herschicken, damit die herauskriegen, wie man Ampeln so schaltet und den Verkehr so leitet, dass er (wenigstens mit mäßiger Geschwindigkeit) fließt.

Ich habe es dann abseits des Businessprogramms als Tourist versucht, Stadtrundfahrten und so. Naja, lieblos. Kann man sich alles im Imagefilm ansehen, echte Tourguides scheinen ausgestorben zu sein (nein, nicht die von TUI und Konsorten).

Im Hafen von Malle liegen so ziemlich alle Typen an Yachten. Ich habe versucht zu zählen und bin so auf einen Etwa-Wert von 1 Mrd. EUR gekommen. Wenn sich jetzt die Japaner mal mit so ein paar Flugzeugen…..

Man kann sich auch ein Auto mieten. Aber seltsam ist, dass wenn man seinen alten deutschen Führerschein vorlegt, irgendwie kein Wagen mehr da ist. Aha.

Zurück zu diesem Superhotel. Der Pool war übrigens gefühlte 75% des Tages gesperrt und das Wasser auf Gefriertemperatur. Nix für mich.

Die Nachfrage, was man sich denn unter dem Begriff „late Checkout“ (natürlich extra gebucht) vorstellt, wurde glatt mit 12.00h (!) beantwortet. Man müsse nämlich die Zimmer machen. Echt? Bei mir kamen die Damen immer erst ab 15.00h. Ist ja auch egal.

Den letzten Abend verbrachte ich dann an der sehr schlecht sortierten Hotelbar. Ein Whisky und dann kam auch schon die Rechnung. Hä? Ja, Ihre Sorte ist ohnehin alle. Und bevor wieder so ein rammdösiger Tweet aus FFO kommt: Nein, ich hatte keinen CC bestellt.

Da hieß es nur noch an die eigene Reserve zu gehen – dafür ließ sich die  Terrassentür nicht mehr öffnen. Ob die annehmen, dass ich vom Balkon springe, damit ich nicht ein 3. Mal bezahlen muss? Gut, dass wenigstens die Klimaanlage abgestellt war, wer braucht schon Luft?

Ach ja, witzig war der Online-Check-in bei dieser seltsamen Niki. Man konnte zwar einen Sitzplatz gegen Aufpreis reservieren, aber das System blieb hängen. Dafür war der Sitzplatz beim parallelen Online-Check-in dann plötzlich im System. Das wird bestimmt manuell nachgepflegt. Aber ohne CC-Belastung, that’s for sure. Vermutlich wird das lustig bei Niki (bitte ganz nach unten scrollen).

Da ich den Rückflug erst abends gebucht hatte, war Zeit für einen Strandbesuch. Naja, was man so bei 19° Wassertemperatur mit ausgemachten Sonnenbrand dafür hält. Also Sitzen im Schatten der Strandbar. Auch hier Up-and-downs. Das Teil (Nassau Beach) machte einen sehr gepflegten Eindruck und nachdem ich von dem recht zahlreich vorhandenen Personal fragte, ob ich diesen „Invisibility cloak“ (siehe Harry Potter) tragen würde, kam eine Sylvia, die dann für eine gewisse Art an Service sorgte. Das Essen war sehr lecker, die Preise hoch und die Musik angenehm, irgendwas mit Techno-Pop-Gedöns. Keine Ahnung wie man das heute nennt.

Alles anderen Restaurants verdienen einer Erwähnung nicht.

Was war sonst noch: Einzig die Fahrt mit dem Train-de-Sóller nebst Tram. Nur für die Pufferküsser natürlich.

Der Abflug wurde wie befürchtet lustig. Ein  Schalter für gefühlte 300 Pax und ein arbeitsloser „Priority-Check-In“, der dann doch ein Einsehen hatte und vor langer Weile auch das niedere Volk abfertigte. Hehe, Sie reisen mit Gepäck? Aber nicht bei uns. Gut, ein paar energische Worte und das Rütteln am Tresen verhalfen der (tatsächlich) netten Dame zu mehreren Telefonaten und irgendein pragmatisch veranlagter Mensch rückte eine Ersatzticket-Nummer raus: Das Gepäck wurde wie bezahlt mitgenommen.

Der Flug verlief pünktlich und das Saftwagen-Personal lächelte sogar manchmal.

Nach den beide Flügen frage ich mich allerdings, warum dieser Trolley immer meine Schulter treffen muss.

Und jetzt kommt die Überraschung: Das Gepäck war auch in TXL da und hat nur 20 Minuten gebraucht. Möglicherweise hing das daran, dass die bisherige Groundhandling-Firma damit befasst war (die neue macht bei Air Berlin ja ziemliche Zicken). Dass jetzt das Firmensignet bei der Gepäck-wo-kommst-Du-raus-Anzeige eingeblendet wird, ist bestimmt Zufall. 😀

Fazit: Vergesst Malle.

P.s.: Mütter, die ihr Kind sich im Flugzeug die Seele aus dem Leib brüllen lassen, weil sie im Physikunterricht vermutlich mit ihren Fußkettchen gespielt haben, sollte man die Betreuungserlaubnis entziehen. 99 % der Ursachen für schreiende Babys haben etwas mit Luftdruck zu tun – insbesondere bei Start oder Landung. Entweder es kneift im Ohr oder im Bauch oder beides. Da gibt es probate Gegenmaßnahmen, lautes Zischen gehört nicht dazu. Armes Kind.


*) Ich habe es satt, bei jedem Abflug in TXL oder SXF von diesen Wichsern unsittlich berührt zu werden. Ich entscheide selber, wen ich an meinen Intimbereich ranlasse. Schließlich bin ich kein Pfingstochse. Das passiert Dir übrigens nur in Deutschland, da scheint die Truppe aus ganz besonderem Holz zu sein. Aber darf das Mann thematisieren oder steht diese Ablehnung der Grabscherei nur Frauen zu?