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2019 – Ein Jahr der Herausforderungen?

Auf Twitter konnte man diese Verkürzung lesen:

France is on fire, England is in chaos, America is divided, Russia is a dictatorship

Ist das so? Aber tatsächlich kann einem Bange werden. Selten war die Weltgemeinschaft so zerstritten wie heute: The Empire strikes back. Weltpolitisch betrachtet ist der Neokapitalismus am Ende, weil die Armen und Hoffnungslosen immer mehr werden und er sich nur noch mit Repression an der Macht halten kann.
Die Umverteilung vieler, vieler Billionen hat nicht gereicht. Die bisher sicher geglaubten Machtstrukturen durch die Fernsteuerung der angeblich demokratisch gewählten Parteien funktioniert nicht mehr, weil sie selbst zerbröseln.

Doch halt: Was heißt angeblich? Rechtlich und technisch geht das schon weitgehend korrekt zu. Nur wie kommt der Demokrat (=Mitglied des Staatsvolkes), also der Wähler zu seiner Wahl(-meinung)?
Die Politiker haben sich doch schon seit langer Zeit in die Wohlfühlecke zurückgezogen und kommen höchstens zu diesen blöden Wahlen kurzfristig aus ihren Löchern, damit man ungefähr weiß, wie Mensch aussieht. Aber wer erledigt die Meinungsbildung? Springer, Facebook, Twitter, Bertelsmann, Die Tagesschau?

The Empire strikes back: Jetzt gilt es, sich auf nationale Alleingänge zurückzubesinnen, sich also abzuschotten. Die Bilder derer, die draußen bleiben muss man eben aushalten.

Gleichzeitig wird aufgerüstet, was das Zeug hält, weil da wieder viele Billionen $ den Besitzer wechseln. Nationale Abschottungen erzeugen bewusst Ängste, weil man sich ja (nun) verteidigen müsse (gegen wen?).

Scheinbare Gleichgewichte in den globalen Machtstrukturen werden mit Provokationen verschoben, am besten sieht man das in der Ukraine und im Maschrek. Da werden „endlich“ viele Leute beschäftigt und die Kriegsgewinnler wissen nicht wohin mit ihrem Geld, Whitewashing ist der neue Sport.

Der Brexit nutzt nur der Britischen Elite und den ehemaligen Kolonialherren, die jetzt im Commonwealth das große Handelsgeschäft wittern.

Was hat das Vereinigte Königreich eigentlich so an Waren zu bieten? Ich schweife ab.

Was passiert nun hier – also in unserer politischen Bubble einer „Kleinstpartei, die Politik simuliert“ (Zitat: Größte Klappe aller Zeiten, der jetzt irgendwo mal ein paar Zeilen schreiben darf)?

Ich lese hier einen Blogbeitrag, eine Art Neujahrsansprache. Also zunächst einmal nichts gegen den Versuch. Aber ist er gelungen? Bestenfalls (kleiner Scherz) kann man kommentieren: Bemüht aber etwas lustlos. Wo ist da der Aufschrei? Das üben wir vielleicht nochmal?

Aber es gibt auch Positives: Der Rechenschaftsbericht 2017 wurde fristgerecht (also in der Verlängerungsfrist) beim Bundestag abgegeben. Das war ja auch wieder so ein Krampf. Warum eigentlich, liebe Gliederungen?

Lokal, also brandenburgisch: Was machen wir denn so? Der große Traum mit der vereinigten Liste für die Landtagswahl 2019 ist wie eine Seifenblase geplatzt (konnte man niemals vorhersehen). Wir haben das vorher gestrichene Ziel, wenigstens die Hürde für die staatliche Teilfinanzierung zu überwinden, wieder aus dem politischen Mülleimer geholt (konnte man niemals vorhersehen).

Kommunal tut sich was, jedenfalls seitens der Anzahl an Kandidaten, leider nur vollständig unkoordiniert („machen wir schon bis zum Mai”).

Dafür wurden die Gliederungen finanziell entmündigt, denn von den paar Pimperlingen an Mitgliedsbeitragsanteilen können die noch nicht einmal die Briefmarken bezahlen. Früher™ hatten wir ein solidarisches System, abgeschafft für Spielzeuge. Boshaft könnte man formulieren, dass man sich in einem derartig mutierten System quasi eine Partei kaufen könnte. 😉

Wer direkt kandidiert, bezahlt das bitte aus seiner Tasche. Also Millionäre vor?

Bleibt als Hoffnungsschimmer: Die EU-Wahl 2019. Möglicherweise kommt ein Kandidat aus deutschen Landen rein, voraussichtlich aber durch den Einsatz eigener Mittel; eine „Orga“ kann ich zurzeit nicht erkennen, höchstens eine Art Verwaltung à la SG Dingsbums. Da muss man nur die $Dinge reingeben, die machen schon. Ja, wie das (nicht) funktioniert, haben wir bei der letzten BTW gesehen (auch noch nicht aufgearbeitet).
Der Hoffnungsschimmer der EU-Wahl ist aber aus anderen Gründen recht realistisch: Die tschechischen Kollegen machen einen guten Job (sind gar nicht so viele Aktive) und liefern uns mehrere Abgeordnete in Spe. Dafür haben die Bundesvorstände „Internationales“ gerne ignoriert und sollten sich hüten, sich jetzt plötzlich mit fremden Federn zu schmücken.
Ganz so wie unsere Landesvorstände, die die Mitgliedschaft des SV Potsdam bei PPI und PPEU als Spinnerei kommentiert haben. Also WIR können dort wenigsten mitreden.

Ein Wort noch zum CCC: Was hier beim 35C3 abging, ist doch grenzwertig. Klar ist, dass dieses mit dem Internetz immer politisch war und ist.
Aber nachdem man die Piratenpartei als eine Art „politischer Arm“ entsorgt hat (wer ist da noch mal in den Vorständen gewesen?) probiert man das jetzt selbst? CCC gleich CCC-Partei? Oh wait, wie war das noch mit diesem „überparteilich“. Geht zur re:publica, die Medienmogule haben Kohle ohne Ende und bestimmt noch ein paar schicke Verträge in der Schublade.

Insofern macht mal Kollegen, ich habe bekanntlich keine Ahnung.

 

 

Ein gebrochenes Rückgrat mit Verstärkung

Ja es kommt vor, dass jemand kein Rückgrat hat, also bei der kleinsten Schwierigkeit einbricht. Ich bin mir Sicherheit bekannt dafür, genau das Gegenteil zu verkörpern.

Rückgrat haben – also den aufrechten Gang leben – war mir schon immer wichtig und das kann man mir auch nicht nehmen. Und doch macht einem die Natur ein Strich durch die Rechnung, wenn es bricht, das Rückgrat.

Der Bruch ist nicht symbolisch gemeint, sondern endete auf dem OP-Tisch, wo ich die Mediziner mindestens fünf Stunden beschäftigt habe. Danach hatte ich viel Metall und Knochenzement im Körper.

Es war nicht nur eine schwierige Operation, sondern auch die lange „Bettruhe“ war sehr nervig. Also alles, was Ver- und Entsorgung sowie Bewegung eines Menschen zu tun hat. Man braucht keine Fesseln. Man bleibt liegen und denkt nach.

Mein „Nachdenkprozess“ läuft ja ohnehin schon eine Weile und  betrifft nicht nur mein Privatleben, sondern auch die Verknüpfung mit der Piratenpartei.
War es ein Fehler, so viel Energie, Ressourcen, Zeit und Seele zu „investieren“? War es überhaupt eine Art von (positivem) „Investment“? Oder hat einfach nur der kühl rechnende Kopf versagt und der Bauch war der Meinung, „frag nicht, mach‘ es einfach“?

Bei dem Sturmgewitter, was beinahe täglich auf einen einprasselt, die Sticheleien bei fast jeder Sitzung und die meist unverschämten Mails, die man so bekommt, muss man dieses Rückgrat haben und es zeigen.
Gerade in Zeiten, wo das Rückgrat buchstäblich zusammengebrochen ist und einen fast jeder für verrückt erklärt, wenn man Mumble-Sitzungen vom Krankenbett aus überträgt.

Und man muss dieses Rückgrat zeigen, wenn einem eine kleine Gruppe von Funktionären schweren wirtschaftlichen Schaden zufügen will, vermutlich um einem die Grundlage des Brotjobs zu entziehen und auch gesellschaftlich fertig zu machen. Da bin ich nicht der einzige, der das gerichtlich klären muss.

Und nicht nur das, sondern natürlich setzt man alle Hebel in Bewegung, um einen auch noch aus der Partei zu werfen. Da merkt man doch wie viel Frei- und Lebenszeit bei anderen vorhanden ist.
Warum man diese Energie nicht z.B. in die Verwaltung und die Organisation der Piratenpartei investiert und nicht die Arbeitsfähigen und Arbeitswilligen mit aller Kraft unterstützt (und den Weg frei macht), weiß ich nicht.

Die Aufbesserung der Finanzen erwarte ich ohnehin nicht, das macht bestimmt die Heinzelmann GmbH & Co. KG.

Also liebe Freundinnen und Freunde: betrachtet dieses gebrochene Rückgrat jetzt. Es ist jetzt verstärkt worden und wenn der Schmerz es zulässt, ist es besser denn je. Ein Versprechen, das gilt.