„Jamaika geplatzt“ ja und?

Ich finde es zumindest interessant, dass eine große Mehrheit der Wähler davon überzeugt war, dass eine „Jamaika-Koalition“ auf Bundesebene irgendwas wäre, was man in der derzeitigen Politiklandschaft akzeptieren könnte.

Man fragt sich dann schon, inwieweit Mensch völlig merkbefreit ist. Hier geht es nur um Machtinteressen und Ressourcen. Oder platt gesprochen um die eigene Kohle der Politiker. Man glaubt ja gar nicht, wie viele Menschen und Familien davon betroffen sind, wenn man aus dem Bundestag (oder Landtag) fliegt, aka nicht wiedergewählt wird.

Und da kommen natürliche maximal Neoliberale von der Sorte eines Lindner und Kubicki ins Spiel. Hey, nur weil einer sich beim Herrenausstatter für schicke Wahlplakate einkleiden lässt, heißt es ja noch lange nicht, dass der Mann eine „gute“ Koalition befruchten oder gar ein Ministeramt bekleiden könnte. Und warum müssen eigentlich Parteivorsitzende immer in einer Regierung sitzen?

Machen wir doch mal ein anderes Gedankenspiel auf:

Was wäre denn, wenn der Herr Bundespräsident dem Bundestag einfach mal diese Frau Merkel zur Wahl als Bundeskanzlerin vorschlägt und sie ebenso einfach gewählt wird. Also ganz ohne diesen ganzen Sondierungs-Striptease. Wo steht übrigens irgendwas von „Koalition“ im Grundgesetz?

Nehmen wir weiter an, die Frau Merkel wird tatsächlich „aus Versehen“ gewählt. Dann hätten wir ja schon fast eine Regierung. Nun müsste man nur noch ein paar Fachleute (also möglichst die ohne Parteibuch) anwerben, damit diese Minister werden (geht ohne Bundestag).

Und schwupps, wir hätten eine  Bundesregierung ohne Parteigedöns und ohne dass da irgendjemand auf einen verblödeten Parteitagsbeschluss einer Deppenpartei Rücksicht nehmen müsste.

Genialer Hack, oder?