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Ministerin Warken (CDU), eine Rechtsanwältin, die Vorsitzende der Frauen-Union war, hat in ihrer Vita nur wenige Krankenhäuser, Arztpraxen, Therapeuten und andere medizinische Einrichtungen von innen gesehen. Ohne zu übertreiben, könnte man behaupten, dass sie genau null Ahnung vom Gesundheitswesen in Deutschland oder des Planeten hat.

Man war wohl der Meinung, mit ihr bei der Regierungsbildung jemanden gefunden hat, der den Bedarf an notwendiger Unterstützung von lebenden Menschen ignoriert, ohne mit der Wimper zu zucken.

Nun kommt der Entwurf zu einer großen „Gesundheitsreform“ zu Gunsten der Pharmalobby und zu Lasten aller, die im Gesundheitswesen aktiv sind. Alle schimpfen, also muss sie so wohl alles richtig gemacht haben.
Das Tempo, dieses Machwerk mit aller Härte in kürzester Zeit durchzuboxen, in dem man die Fristen für Stellungnahmen extrem kürzt, ist schon spannend.

Das läuft hier alles nach dem Motto: Was kann ich denn dafür, dass nicht alle Menschen reich genug sind, sich die notwendigen Behandlungen zu kaufen? So ein Sozialdarwinismus man hat selten erlebt.

Zwei Beispiele:

Dass jetzt Pflegekräfte jetzt einigermaßen auskömmlich bezahlt werden, führt natürlich zu höheren Kosten in der Pflege. Ach was? Wurden für diese Erkenntnis teure Berater bezahlt? Knallharte Reaktion: die Einkommen der Pflegenden müssen sofort deutlich sinken.

Die Situation in der Behandlung psychischer Probleme (an der die Politik der Bundesregierungen durchaus einen erheblichen Anteil hat) soll dadurch gelöst werden, indem man das Angebot drastisch zusammenstreicht. Die Wartezeiten selbst für dringende Fälle sind seit Jahrzehnten inakzeptabel.

Der Hintergedanke könnte sein, dass dann die Versorgung der Bevölkerung „besser“ wird, weil weniger Menschen einen Anspruch haben.
Dann kann man ein paar Jahren triumphieren: Jetzt bekommt jeder Mensch, der (noch) einer Behandlung bedarf, schneller einen Termin (für wen dann eigentlich noch?).
Den entstehenden volkswirtschaftlichen Schaden hat diese Ministerin bestimmt nicht mehr zu vertreten, denn dann wird sie bereits auf Lebenszeit alimentiert. Oder glaubt jemand wirklich, sie hätte Beiträge für die Rentenversicherung in angemessener Höhe bezahlt?

Das alles vom strikten Vorgehen des „Medizinischen Dienstes“ gegen die Pflegebedürftigen mal ganz abgesehen.

Natürlich müssen die Kosten eines ineffektiven Gesundheitssystems eingefangen werden, aber bitte an den richtigen Stellen.

Nicht jeder Arzt oder Therapeut ist gleich gut, nicht jedes Krankenhaus ist fähig, eine optimale Versorgung zu gewährleistet.
Was gut klappt, ist das man selbst frisch operierte Patienten unter einer Woche einfach entlässt, wenn sie sich wenigstens mit einem Rollstuhl bis zum Ausgang der Klinik schleppen können und sie dann gefälligst selbst zusehen sollen, wie es weitergeht.

Gute Nacht Deutschland!