Ich schließe mich einem Beitrag inhaltlich an, den ein bekannter Journalist vor einigen Tagen verteilt hat:
Deutschland fällt leise auseinander
Kein großer Knall, kein Zusammenbruch, sondern langsam, Stück für Stück, Brücke für Brücke, Zug für Zug, sozusagen Behörde für Behörde. Ein schulterzuckender Fatalismus. Also diese Haltung „ist halt so“. Kann man nichts machen.
War früher besser, Deutschland eben, ja, und je länger auch ich darüber nachgedacht habe, desto mehr habe ich das Gefühl, das ist der Punkt.
Denn das Erschreckende ist ja gar nicht mehr, dass Dinge nicht funktionieren. Das wirklich Erschreckende ist, dass wir aufgehört haben, uns darüber zu wundern. Wann haben wir eigentlich beschlossen, dass Züge grundsätzlich Verspätung haben? Wann haben wir akzeptiert, dass Schulgebäude aussehen wie aus den Neunzehnhundesiebzigerjahren? Oder wann wurde es denn normal, monatelang auf einen Facharzttermin zu warten?
Oder dass eine Baugenehmigung manchmal länger dauert als der Bau selbst? Es passiert nicht alles auf einmal, es passiert schleichend und genau deshalb ist es so gefährlich.
Deutschland war einmal das Land, das der Welt Begriffe wie „Made in Germany“ oder „Vorsprung durch Technik“ geschenkt hat. Nicht nur als Werbeslogans, sondern tatsächlich auch ein Stück weit als Selbstverständnis. Präzision, Verlässlichkeit, Ingenieurskunst.
Das Land, das einst Vorsprung durch Technik exportierte, hat inzwischen Mühe, seine eigenen Züge und Brücken überhaupt funktionsfähig zu halten.
Dann schauen wir uns die Fakten an: Die KfW erhebt jedes Jahr den Investitionsstau der deutschen Kommunen. Das Ergebnis der jüngsten Über 215 Milliarden Euro Investitionsrückstand. Nicht Millionen, Milliarden. Und wo ist der größte Rückstand? Nicht irgendwo, sondern bei unseren Schulen. Allein dort fehlen Investitionen von fast 68 Milliarden Euro.
Irgendwer sollte mal auf die Straße gehen und den Politikern erklären, wo der Hammer hängt.
