Petri heil

So, nun also unter 1,0 % mit einer aktiven Landtagsfraktion.

Das ist eigentlich ein GAU – zumindest sollte man annehmen, dass es als ein solcher wahrgenommen wird.

Eigentlich ist lediglich das passiert, was vorherzusehen war. Diffuse Wahrnehmungen, kein verwertbares Futter für die Medien, ungenutzte teilweise blockierte, eigene Strukturen und ein Management, das „in der freien Wirtschaft“ keinen Monat überleben würde.

Und immer dann, wenn jemand professionelle Vorschläge gemacht hat, wurden diese ausgesessen. Als einzige, revolutionäre Maßnahme werden lediglich die Mitgliedsbeiträge erhöht.

Das ist das Rezept von Königen, denen nichts Besseres einfällt, als ihr eigenes Unvermögen durch Auspressen zu kompensieren. Wem nützt eine große Reisetätigkeit von Vorstandmitgliedern, wenn der Laden hinten und vorne nicht läuft? Wer macht denn inzwischen die Arbeit?
Und das ist seit Jahren ein Dauerzustand. Wie machen das eigentlich andere Vereine, die auch ein paar Tausend Mitglieder haben?

Das fängt schon bei den Finanzen an, die nach meinen Berechnungen allein durch das Eintreiben der ungeliebten Mandatsträgerabgaben einen fetten Wahlkampfetat von 4 Mio. Euro ergeben hätten. Hätten! So machen das andere Parteien und bleiben stabil. Und sie sehen nicht jede Unterstützung durch Firmen und kleine Gewerbetreibende als Teufelszeug an.

Tatsächlich ist meine Wahrnehmung, dass man regelmäßig kriminalisiert wird, nur weil diese Partei unterstützt.

Aber Geldausgeben ist ja wichtiger.

Spätestens seit dem Ausstieg vieler Beauftragter und deren Teams war klar, dass es in dieser Partei nicht einmal ansatzweise eine Art Geschäftsführung gibt. Vermutlich gibt es nur eine Art Schredder, auch OTRS genannt.

Leider – und das verschärft die Lage – nehmen sich andere Landesverbände diese Nicht-Management zum Vorbild und eiern genauso herum. Am Samstag habe ich auf einem Landesparteitag einem Tätigkeitsbericht über eine gefühlte Stunde zugehört, der im Wesentlichen aus der Aufzählung von offenen Baustellen bestanden hat. Klang wie der Statusbericht vom BER.

Der Ausblick war phantastisch: Man müsse nur Pöstchen ausschreiben und dann ist alles getan. Oder AGs einberufen – kommet zuhauf.

Man sehe sich mal dieses Bundesvorstandsportal an und frage sich, was diese Leute alles so machen:

https://vorstand.piratenpartei.de/beauftragungen

Nicht jeder ist untätig, aber viele sind quasi unsichtbar.

Management geht anders. Das merkt man auch sehr schön in den Vorstandssitzungen.

Und was bleibt programmatisch? Wo ist denn da das Management? Wie viel „Klausurtagungen“ bedarf es denn noch, bis man sich einen anderen Slogan ausgedacht hat, den jeder schlucken muss.

Umsetzen sollen das dann irgendwelche Phantome.

Für welche Themen, bei denen uns Kompetenz zugerechnet wird, stehen wir denn eigentlich noch?

Und sind wir glaubwürdig, leben wir mit gutem Beispiel vor, was wir bei anderen kritisieren? Von Datenschutz will ich gar nicht erst schreiben.

Der Deckel von Halle war vielleicht ein guter Anfang und dann ist auch gut. Dann macht man mit einem durchdachten Konzept und einer Strategie weiter. Da war bis Würzburg nichts zu bemerken und danach kamen nur noch Phrasen. Düsseldorf war dann so ein weiterer Tiefpunkt.

Der Deckel von Halle war mehr ein Tuch, unter dem man langsam erstickt und wird zum Sargdeckel, wenn hier nicht endlich umgedacht wird. Und bitte lasst mal Leute ran, die sich auskennen. Und wehe, ich höre noch einmal in einer Vorstandssitzung „habe Tickets bearbeitet“.